Die Entwicklungshilfe

Premierenbericht.

 Mit dem bäuerlichen Lustspiel "Die Entwicklungshilfe" aus der Feder von Carl Borro Schwerla hat die Heimatbühne Palling bei der Premiere am Wochenende ihr Publikum begeistert. Eine zugleich lustige und spannende, aber auch tiefsinnige Geschichte aus den 1960ern, humorvolle Dialoge der bestens vorbereiteten Schauspieler, stimmige Kostüme und eine liebevoll hergerichtete Bauernstube machten den Abend zum Erlebnis für die Zuschauer. Nicht zuletzt zu erwähnen ist die Leistung von Heidi Jung, die nicht nur in ihrer Rolle als "innovative" Nachbarsmagd für viele Lacher sorgte, sondern dem Dreiakter auch als Regisseurin den richtigen Feinschliff gab. Zum Stück: da der Hof der Bäuerin von der Leiten (Agnes Gerl) der Konkurrenz nicht mehr gewachsen ist, muß er versteigert werden. Sohn Wastl (Josef Jahner jun.) teilt die Sorgen seiner Mutter diesbezüglich allerdings nicht. Er möchte ja viel lieber in die Stadt gehen, als den heimischen Hof zu bewirtschaften. Denn in der Stadt verdiene er das leicht, was "mit der Dahinwurschtelei mit dene paar Felder" hereinkommt. Seinem großen Interesse am weiblichen Geschlecht dürfte dies auch nicht schädlich sein, ist der Wastl doch ein Stenz wie er im Buche steht. Doch als sich Dr. Otto Wallbeck (Thomas Schillinger), seines Zeichens Vertreter vom Entwicklungsministerium aus Bonn, auf den Hof verirrt und dort vorübergehend einnistet, ändern sich die Dinge. Wallbeck schwärmt vom Hof und der malerischen Gegend und sagt Wastl finanzielle Unterstützung zu, wenn der seinen Hof zu einem Fremdenheim mache. Angestachelt von der Nachbarsmagd Zenze (Heidi Jung), die begeistert berichtet, dass auch der Nachbarsbauer "für die nach Erholung schreienden Massen" jetzt in "Camping" investiere, ist Wastl begeistert von Wallbecks Idee. Nicht einmal die hübsche Rosina (Barbara Gastager), die aufgrund einer Autopanne ebenfalls am Hof übernachten muß, kann ihm jetzt imponieren, da Wastl sich von nun an auf den Fremdenverkehr und nicht mehr auf das weibliche Geschlecht konzentrieren will. Doch diese Einstellung gerät schnell in Gefahr, als mit dem Wohnwagenbesitzer Karl Zistelmann (Gerhard Huber) ein weiterer Norddeutscher auftaucht, der mit seiner attraktiven blonden Tochter Gixi (Barbara Mayer) einen echten Blickfang im Schlepptau hat. Da drohen sich die Prioritäten von Wastl schnell wieder zu verschieben! Vermeintlich unbeteiligt und aus dem Hintergrund betrachtet der wortkarge Altknecht Gabriel (Christian Berreiter) das Geschehen. Er hat mehr mit Pflege und Vertrieb historischer Holzfiguren, sowie mit der Aufarbeitung seiner Trennung von Zenze, die ihn doch glatt nach "zehn Jahren Beziehung schon heiraten wollt'", zu tun. Mit dem Bauern von Reith (Herbert Brandl jun.) betritt ein weiterer Unbekannter den  Hof, als die Irrungen und Wirrungen ihren Höhepunkt erreichen. Ohne zu viel Spannung vorweg zu nehmen, kann mit
einigen überraschenden Wendungen gerechnet werden. Reichlich Applaus der Zuschauer ließ die Premiere zu einem großen Erfolg für die Heimatbühne werden und zauberte beim Schlußvorhang ein Lächeln auf die Gesichter der Darsteller.

Das Schauspielerteam wurde wieder von vielen fleissigen Helfern im Hintergrund unterstützt. Traudi Huber, Ingrid Huber, Fini Oberlechner und Christa Märkl sorgten für die optische Inszenierung der Schauspieler in der Maske und für die imponierenden Frisuren. Für den technisch reibungslosen Ablauf zeichneten sich Rudi Guggenberger, Rudi Pannier, Gerold Jung und Josef Gröbner verantwortlich. Als Souffleuse unterstützte Sylvia Vogel die Spieler. Erfreulich ist  zudem, dass mit Barbara Mayer alias "Gixi" wieder ein "Neuling" für das Pallinger Theaterspiel gewonnen werden konnte.

Ob der Leitnerhof gerettet werden kann und welches Ende das Stück für die einzelnen Charaktere nimmt, das sollte man sich am besten in einer der noch anstehenden 18 Aufführungen ansehen. Die weiteren Spieltermine sind der 30. und 31. Oktober, der 5.,6.,7., 12.,13.,14.,19.,20.,21.,27. und 28. November, sowie der 4. und 5. Dezember. Karten gibt es bei TV-Radio Pannier, Buchetstr.35 in Palling oder telefonisch unter 01573-2482937.

 

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Am Samstag, den 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) von 8 bis 12 Uhr beginnt der Vorverkauf der Heimatbühne Palling für das diesjährige Stück "Die Entwicklungshilfe" von Carl Borro Schwerla. Die Pallingerer Theaterer geben diese ländliche Komödie, die in den 1960ern spielt, zum ersten Mal zum Besten. Von 24. Oktober bis 5. Dezember wird das Stück rund 20 Mal aufgeführt, darunter auch wieder eine kostenlose Aufführung für Behinderte mit ihrem Pflegepersonal. Die Schauspieler befinden sich momentan mitten in den Proben und freuen sich bereits auf die Aufführungen. Stehend von links: Josef Jahner jun., Thomas Schillinger, Herbert Brandl jun., Christian Berreiter, Gerhard Huber. Sitzend von links: Heidi Jung (in doppelter Funktion als Spielleiterin und Spielerin), Agnes Gerl, Barbara Gastager und Barbara Mayer. Karten sind erhältlich bei TV-Radio Pannier, Buchetstr.35 in Palling, Telefonnummer 01573 - 248 29 37. Die Öffnungszeiten sind jeweils Montag bis Freitag von acht Uhr bis 17 Uhr, sowie an Samstagen von acht bis zwölf Uhr. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.heimatbuehne-palling.de.

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